Vision eines neuen Gesundheitswesens

Wir brauchen ein neues Gesundheitswesen, das der Natur des Menschen wirklich gerecht wird. Im gegenwärtigen Gesundheitssystem ist einiges gut, manches sehr gut, aber vieles stimmt gar nicht. Die Gesamtkomposition dieses Systems kann man nicht gerade eine Symphonie nennen.

Dem gegenwärtigen schulmedizinisch geprägten Gesundheitssystem fehlt sehr das Lebendige, Beseelte. Einzig die Menschen darin, die sich hingebungsvoll ihren Mitmenschen widmen, machen es erträglich. Doch sie müssen «bluten», indem sie mit viel zusätzlicher Energie noch den Anforderungen dieses Systems gerecht werden müssen.

Wir haben uns aufgemacht, auf eine innere Reise, um das neue Gesundheitswesen zu entdecken, das auf seine Verwirklichung wartet - durch alle Menschen, die sich schon lange danach sehnen. Wir haben Neuland erschlossen und wir hoffen auf eine Bewegung von vielen, die mitkommen.

Willst du wissen, wie diese Vision entstanden ist, findest du es hier.

Die Vision

Wir schlagen ein Gesundheitswesen vor, das an der Natur des Menschen ausgerichtet ist, und auf der Grundlage von Autonomie, Selbstverantwortung und echter Solidarität basiert. Es ist von einem das Leben und alle Lebewesen wertschätzenden Geist und einer entsprechenden Kultur getragen.

Es ist eine ganzheitliche Vision, die möglichst alle Aspekte des Gesundheitswesens abdecken soll. Wir haben drei Hauptaspekte mit jeweils drei Unteraspekten formuliert:

1. An der Natur des Menschen ausgerichtet

Mit «Natur» ist hier der Begriff in seiner wesenhaften und umfassenden Bedeutung gemeint, besonders im Sinne von: Wesen, Art, ursprünglicher Charakter.

1.1 Der Mensch im Zentrum

Im neuen Gesundheitswesen steht der Mensch in seiner Ganzheit und mit seinen natürlichen Bedürfnissen im Zentrum. Er ist ein sehr gesundheitskompetenter und selbstverantwortlicher Mensch, der die Erkenntnisse und das Wissen für die einfachen Grundgesetze von Gesundheit, Krankheit und Heilung schon in der Schule erworben hat und der schwerpunktmäßig in dieser Gesundheitskompetenz gefördert wird (ganzheitliche Prävention). Wir sind überzeugt, dass ein Gesundheitswesen, das mit dieser klaren Ausrichtung konsequent umgesetzt wird, sowohl sehr kostengünstig ist, wie auch einen sehr hohen Gesundheitsstandard in der Bevölkerung etablieren kann.

1.1.1 …und nicht das Geschäft mit der Krankheit

Im gegenwärtigen Gesundheitssystem steht das Geschäft mit der Krankheit im Mittelpunkt und die Gesundheits- und Behandlungsangebote sind an zum Teil sehr lukrativen Geschäftsmodellen ausgerichtet. Auf der anderen Seite stehen die gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen. Diese können sehr oft nicht auf dem einfachsten, naheliegendsten und natürlichsten Weg gestillt werden, sondern sie werden an den bestehenden Gesundheitsmarkt adaptiert, in welchem die Verwendung von Produkten der Pharmaindustrie eine zentrale Bedeutung hat. Die Überbetonung dieser Pharmatherapien basiert auf einem materialistisch geprägten Menschenbild, das den grundlegenden Bedürfnissen im Gesundheitsbereich nur zum Teil entsprechen kann, während andere ignoriert werden. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) und die (Pflicht-)Grundversicherung der Krankenkassen sind de facto auf diesen Markt zugeschnitten. Demnach müssen alle diesen Markt «solidarisch» mitfinanzieren – ob die Ausrichtung darin für sie stimmt oder nicht.

Der Fokus in diesem Markt liegt zudem auf Krankheitsbehandlung, während ganzheitliche Prävention vernachlässigt wird. Zudem wird «Prävention» hier meist als Früherkennung von Krankheiten verstanden, mit dem Ziel, die Patienten in vom Markt vorgegebene Behandlungskonzepte zu überführen, kaum aber in umfassende Aufklärung, wie sich Krankheiten durch Kenntnisse grundlegender Gesetzmäßigkeiten von Gesundheit, Krankheit und Heilung, einen gesunden Lebensstil und die richtige Ernährung weitgehend vermeiden lassen.

Dies führt zu einer hohen Krankheitsprävalenz, einem großen Personalbedarf im Bereich Behandlung und Pflege und hohen Krankheitskosten.

1.2 Ein ganzheitliches Menschenbild

Im neuen Gesundheitswesen ist das Menschenbild ganzheitlich und weit gefasst. Es geht weit über die materielle Ebene hinaus. Entsprechend liegt der Blick frei, auf die grösseren Zusammenhänge und Bedingungen von Gesundheit. Tiefere Einsichten in Bezug auf die Entstehung und die Vermeidung von Krankheiten sind möglich, und die Erkenntnis wird offenbar, dass Krankheit ein Bereich menschlicher Erfahrung ist, der Aufgaben zur Bewusstseinsentwicklung und demnach einen Sinn enthält und dass in der Entdeckung und Erfüllung der dahinterliegenden Aufgaben grosse Heilungschancen liegen.

1.2.1…und nicht ein inadäquat reduziertes

Das gegenwärtige Gesundheitssystem ist sehr von einem materialistischen Menschenbild geprägt, das den Menschen inadäquat auf seine biochemisch-physiologische Ebene reduziert. Wesentliche und auch gesundheitsrelevante Bereiche des Menschseins (z.B. seelische, mentale, soziale, kulturelle) sind damit ausgeklammert. Dadurch werden übergeordnete Gesetzmässigkeiten von Gesundheit, Krankheit und Heilung nicht erkannt, und die dem eng gefassten Menschenbild entsprechenden Behandlungsmethoden können oft keine echte Heilung erwirken, sondern wirken im Gegenteil noch verkomplizierend und belastend auf den Gesundheitsstatus des Menschen.

1.3 Im Einklang mit der natürlichen Dynamik des Lebens

Die Haltung im neuen Gesundheitswesen ist von einer Ehrfurcht vor dem Leben geprägt. Wir verneigen uns vor dem Wunder der selbstorganisiert wirkenden Lebenskraft. Es ist die Intelligenz, die für die komplexe Selbstregulation und Heilung in allen Lebewesen verantwortlich ist und die offensichtlich Erstaunliches zu leisten vermag. Sie ist in allen alten Heiltraditionen unter verschiedenen Namen bekannt: Qi, Ki Prana, Lung, Spirit, Mana, Odem, etc. Wir sind bestrebt, ihr Wirken und dessen Gesetzmässigkeiten tiefer und tiefer zu erfassen. Gesundheitliche Behandlungen sind hier darauf ausgerichtet, das Wirken der Lebenskraft zu harmonisieren, in Einklang zu bringen und zu unterstützen – und tunlichst zu vermeiden, ihr Wirken zu stören, zu beeinträchtigen, zu unterdrücken. Hier wird so weit wie möglich auf das Prinzip der Selbstheilung gesetzt, und die Faktoren von Selbstheilung und ihrer Begünstigung werden erforscht.

Im neuen Gesundheitswesen werden die Naturgesetze, hier insbesondere die Gesetzmässigkeiten von Gesundheit, Entstehung von Krankheit und Heilung konsequent beachtet. Dadurch werden Behandlungskomplikationen und Folgeschäden auf ein sehr geringes Minimum reduziert.

1.3.1…und nicht Symptombekämpfung

Da das gegenwärtige Gesundheitssystem stark materialistisch geprägt ist, kann es Erfolge vor allem im Bereich der Notfall- und Reparaturmedizin verzeichnen. Es ist hier in Diagnostik, Therapie und Intervention auch technisch hochentwickelt und verdient Anerkennung.

Darüber hinaus muss man leider jedoch von einem Versagen sprechen: Systembedingt wird versucht, Krankheitsbilder auf der rein materiellen Ebene zu deuten und auch deren Ursachen hier ausfindig zu machen. Doch die vermeintlichen Ursachen sind meistens nur Symptome und Korrelate des Krankheitsbildes.

Die Lebenskraft als zentraler Faktor von Heilung wird ignoriert. Entsprechend werden ihre Wirkweise und die Prozesse von Selbstheilung nicht verstanden. So werden auch Symptome der Selbstheilung als Krankheit missverstanden und bekämpft oder unterdrückt, was die Arbeit der Lebenskraft beeinträchtigt und sie schwächt. Durch solch inadäquate Behandlungsmethoden wird viel unnötiges Chaos und Leid verursacht und weitere Krankheitsbilder werden geschaffen.

2. Auf Grundlage von Selbstorganisation, Autonomie und Selbstkompetenz

Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sein Bewusstsein zu erweitern und in seiner Entwicklung und Kompetenz gefördert zu werden. Im neuen Gesundheitswesen wird dem Beachtung geschenkt und viel Raum für Entfaltung gegeben.

2.1 Das Prinzip der Selbstorganisation würdigend

Im neuen Gesundheitswesen erhält das Prinzip der Selbstorganisation einen hohen Stellenwert. So wie die Selbstorganisation in jedem Lebewesen gewürdigt und beachtet wird und das Ziel eine starke, gesunde Lebenskraft ist, so werden auch die Menschen in ihrer gesundheitlichen Selbstfürsorge und Selbstorganisation gefördert und in ihrem Vertrauen gestärkt.

Jeder Mensch ist für seinen Körper und seine Gesundheit selbst verantwortlich. Die Menschen werden also in ihrer Gesundheitskompetenz und dem eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Gesundheit gefördert. Hier gilt konsequent das Subsidiaritätsprinzip: Wer sich gut selbst um seine Gesundheit (oder die seiner Kinder) kümmern kann, braucht keine Einmischung von aussen (von einer übergeordneten Instanz). Wer dazu momentan nicht in der Lage ist, wird unterstützt und darin gefördert, möglichst selbstverantwortlich für seine Gesundheit sorgen zu können. Diese Kultur hebt den Selbstwert der Menschen, stärkt sie und sorgt für einen hohen Gesundheitsstandard in der Bevölkerung mit sehr niedrigen Kosten im Gesundheitswesen.

2.1.1 …und nicht in die Abhängigkeit treibend

Das gegenwärtige Gesundheitssystem fördert die Angst der Menschen und treibt sie vielfältig in die Abhängigkeit vom herrschenden Gesundheitsmarkt. Das basiert auf breiter Unwissenheit über die grundlegenden Gesetzmässigkeiten von Gesundheit, Krankheit und Heilung.

Auf Basis dieser Unwissenheit werden viele medizinische Behandlungen und Interventionen durchgeführt, welche die innere Selbstorganisationsfähigkeit stören, einengen und schwächen und dadurch weitere Krankheitszustände hervorrufen, welche wiederum inadäquat behandelt werden und so weiter und so fort. Das Ergebnis sind Polypharmazie und Multimorbidität im hohen Alter, sowie viele unnötig geschwächte Menschen, "am Tropf hängend" und hohe Krankheitskosten generierend. Wir haben uns schon so sehr an diese scheinbare Normalität gewöhnt. Aber das ist aus dem Blickwinkel ungestört waltender Lebenskräfte nicht normal!

2.2 Frühe Aneignung von Gesundheitskompetenz

Ziel ist es, dass die einzelnen Individuen schon über eine hohe Gesundheits-Grundkompetenz verfügen; nicht Detail- oder Spezialistenwissen, sondern einfaches, grundlegendes Wissen über die Gesetzmässigkeiten von Gesundheit, Krankheit und Heilung. Dieses Wissen wird in den Schulen vermittelt, so wie heute Fachwissen in Mathematik oder Deutsch. Es wird nicht einfach auswendig gelernt, sondern die grundlegenden Prinzipien werden entdeckt und erkannt.

2.2.1…und nicht Grundlagenwissen ausklammernd / ignorierend

Bezeichnenderweise gibt es kein Fach namens Gesundheitskunde an den Schulen. Selbst wenn wir kaum etwas über Gesundheit wüssten, würde allein solch ein Fach viel in Bewegung setzen. Solch ein Fach ist derzeit aber auch nicht möglich, da das Wissen über die Gesetzmässigkeiten von Gesundheit, Krankheit und Heilung weitgehend verdeckt ist. Durch das materialistische Menschenbild und weil in diesem Gesundheitssystem nur eine Art von Wissen vermittelt wird, das von wirtschaftlichen Interessen geleitet ist, wurde die Möglichkeit gekappt, das unbefangene und reine Wissen, das über der materiellen Ebene nur auf seine Entdeckung wartet, zu erschliessen.

2.3 Die freie, autonome Lebensgestaltung achtend und schützend

Im neuen Gesundheitswesen wird die individuelle Art der Lebensgestaltung der Menschen respektiert und so weit wie möglich sogar gefördert. Jeder Mensch ist grundsätzlich frei, sein Leben so zu gestalten wie er möchte und die Erfahrungen zu machen, die er möchte, solange er andere nicht schädigt. Dazu gehören auch anscheinend gesundheitsgefährdende und gesundheitsschädliche Handlungen. Der Mensch lernt und entwickelt sich durch Erfahrungen. Es steht niemandem zu, andere Menschen danach zu beurteilen, wie sie ihr persönliches Leben gestalten, und nicht selten zeigt ein Mensch durch seine Lebensgestaltung neue Möglichkeiten auf, die andere noch nicht erkannt haben. Krankheiten gehören zum festen Erfahrungsrepertoire von Menschen, und oft entwickeln sie sich gerade durch Krankheit als Katalysator in ihrem Bewusstsein enorm.

2.3.1 …und nicht durch unangebrachte Interventionen und Reglementierung Unordnung schaffend

Im gegenwärtigen Gesundheitssystem besteht die leider zunehmende Tendenz, dass Ärzte, Institutionen und Behörden sich widernatürlich in die persönlichen Angelegenheiten von Menschen einmischen. Sei es die Missachtung ihrer Bedürfnisse im Pflegebereich, in Arzt- und Therapeutenpraxen oder die Nötigung und Diskriminierung von Menschen, welche sich bewusst gegen Impfungen entscheiden, bis hin zum Einsatz von Gewalt (besonders struktureller Gewalt). Dahinter steht eine Respektlosigkeit vor dem Leben, die mit einem gesunden Gesundheitswesen nicht vereinbar ist. Durch solche übergriffigen Handlungen wird auch viel Unordnung und unnötiges Leid geschaffen, seien es die Zerrüttung von Familien, folgenreiche Einschnitte im Wirtschaftsleben, psychische Traumata, wie auch direkte gesundheitliche Schäden.

3. Gemeinschaft und Solidarität auf einer menschengerechten Grundlage

Das neue Gesundheitswesen beruht auf echter Gemeinschaft und Solidarität. Statt auf Zwang und Regeln baut es auf eine Wertegemeinschaft. Niemand ist gezwungen, dabei zu sein - aber wohl kaum jemand wird es missen wollen.

3.1 Freude und Erfüllung in der Arbeit

Im neuen Gesundheitswesen arbeiten Menschen, die sich zu einer Tätigkeit in diesem Feld berufen fühlen, Erfüllung am Dienst am Mitmenschen finden und sich verantwortlich zeigen. Sie werden in ihrem Können, ihren Talenten und ihrem Potenzial wahrgenommen und wertgeschätzt. In ihrer Einarbeitung werden sie von erfahrenen, reifen und weisen Menschen begleitet, für die Wohlwollen und Klarheit keine Widersprüche sind, und die sich über die Entfaltung ihrer Schützlinge freuen.

3.1.1 …ohne starre Rollenhierarchien und Machtspiele

Im gegenwärtigen Gesundheitssystem wird zu wenig auf die Kultur im Arbeitsfeld geachtet.

Führungspositionen sind oft mit unmenschlicher Leistung, aber auch übermässiger Macht verbunden. Angst und Stress sind in diesem rollenhierarchischen Arbeitsumfeld allgegenwärtig. («Rollenhierarchie» meint hier: Autorität wird über die Rolle in einer Machtposition ausgeübt, nicht aufgrund echter menschlicher Reife.) Hingebungsvoller Dienst, aufmerksame Eigeninitiative und Kompetenzen jenseits von Standards werden häufig abgewürgt, weil sie nicht in das vorgegebene Schema des Dienstes nach Vorschrift passen, während solche, die das vorgegebene Programm korrekt, aber mangels Erfüllung und Beseeltheit oft frustriert, abgelöscht und unfreundlich abspulen, nicht selten dafür noch belohnt werden. Verhalten nach Vorgabe wird in der Regel über die Kultur menschlicher Werte gestellt.

3.2 Halt und Verbindlichkeit in einer Wertegemeinschaft

Niemand wird gezwungen, am neuen Gesundheitswesen teilzunehmen. Es besteht eine Einladung aber keine Pflicht dazu. Wer nicht dabei sein will, oder wer sich in einem anderen Gesundheitssystem wohler fühlt, ist frei in seiner Entscheidung. Die freie Entscheidung ist ein wichtiger Basisfaktor des neuen Gesundheitswesens.

Menschen wiederum, die sich dem neuen Gesundheitswesen anschliessen möchten, werden eine Kultur erfahren, in der sich nur wohlfühlt, wer sich freiwillig grundlegenden Werten verpflichtet, wie Selbstverantwortung, Solidarität, Vertrauen über Kontrolle, Achtung der Naturgesetze von Gesundheit, Krankheit und Heilung etc. Diese geteilten und gelebten Werte geben den Menschen im neuen Gesundheitswesen Sicherheit und Halt.

Nur wo nötig werden mehr oder weniger temporäre Regeln vereinbart, die die koordinierte (Selbst-)Organisation erleichtern, aber nicht behindern. Die Qualität der Dienstleistungen im neuen Gesundheitswesen resultiert aus dem schlichten Faktor, dass die hier tätigen Menschen freiwillig und mit Freude ihr Bestes geben, was ihrer eigentlichen Natur entspricht.

3.2.1 …ohne Reglementierungs-Dschungel und digitale Technokratie

Im gegenwärtigen Gesundheitssystem herrscht ein zunehmend wuchernder Reglementierungs-Dschungel. Fast alles was in diesem Gesundheitssystem passiert, wird "reguliert", d. h. mit bindenden Gesetzen, Vorschriften und Reglementierungen versehen - mit den Argumenten, so für Ordnung und Qualität zu sorgen. Dieses System basiert auf dem Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Anstatt sich voll und ganz der Arbeit widmen zu können, müssen die Beteiligten sich oft mit ihre natürliche Selbstorganisation lähmenden Vorschriften und bindenden Vorgaben herumschlagen.

Mit der Digitalisierung, die mit dem Versprechen der Erleichterung von Abläufen immer mehr Einzug hält, nehmen die Standardisierungs- und Kontrollzwänge zu. Menschen und damit das Menschliche, werden zunehmend durch digitale Systeme und künstliche Intelligenz ersetzt. Der Patient als Mensch wird zunehmend auf einen Daten-Cluster reduziert, eine weitere Reduktion auf die rein materiellen Aspekte, eine weitere Ignoranz seiner Ganzheit. Patienten und Dienstleistende, mit eindeutigen Identifikationsnummern versehen, werden in jeder ihrer Bewegungen zunehmend gläsern. Die Datenmengen, die nur noch mittels KI zu bewältigen sind, wachsen exponentiell.

Die steigende Anzahl vor dem Computer verbrachter Arbeitsstunden wird auf Kosten der menschlichen Zuwendung geleistet. Das hat negative Auswirkungen auf den Genesungsprozess und andererseits sinkt die Zufriedenheit des Gesundheitspersonals. Wer bei dieser Entwicklung nicht mitmachen möchte, wird indirekt bestraft. Es scheint, als sei der Weg in eine unaufhaltsam grassierende Technokratie vorgezeichnet und Alternativen gäbe es nicht.

3.3 Miteinander und Füreinander in echten Solidargemeinschaften

Die Kultur und das Lebensgefühl im neuen Gesundheitswesen fördern aufgrund der geistigen Freiheit und der Freude an der Entdeckung neuer Zusammenhänge von Gesundheit, Krankheit und Heilung ein natürliches Für- und Miteinander, eine Freude, Erworbenes miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Eine natürliche Haltung der Solidarität erwächst daraus und die Motivation, in selbstorganisierten Solidargemeinschaften sich miteinander für den Fall nötiger, ungewöhnlich aufwändiger Behandlungen gegen wirtschaftliche Engpässe abzusichern.

3.3.1 …ohne Zwänge und Ausbeutung

Im bestehenden Gesundheitssystem werden mittels des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) alle Bürger zur Teilnahme an einer vor allem sehr zugunsten der Grosskonzerne regulierten Grundversicherung gesetzlich verpflichtet (=gezwungen), ob sie mit den in diesem System forcierten Behandlungsformen nun einverstanden sind oder nicht. Eine echte Wahlfreiheit gibt es nicht, nur scheinbar in der Wahlfreiheit unter einer der zugelassenen Krankenkassen, die jedoch alle alternativlos eng in das gleiche Finanzierungs-Schema eingebunden sind. Die Krankenkassenkosten steigen jährlich und unaufhaltsam. Immer mehr Menschen und Familien müssen Abstriche an ihrer Lebensqualität vornehmen, um die steigenden Kosten noch tragen zu können – oder sie können nicht mehr zahlen. Für die Finanzierungslücken müssen der Bund, der Wohnkanton und zum Teil die Wohngemeinde aufkommen. In Zukunft ist auf allen Ebenen mit Mehrbelastungen zu rechnen, die unaufhaltsam zunehmen werden.